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Nomen Est Omen: Christian Pfeiffer is back… „Experte“ ohne Expertise

Auf ein Wort: Wer sich wunderte, warum es so lang so still in diesem Blog war…
Ich schrieb meine Magisterarbeit zum Thema „Eine Zensur findet nicht statt.“ Zum Problemfeld fiktiver Gewaltdarstellungen in den Neuen Medien im Kontext des deutschen Jugendmedienschutzes – Eine kritische Analyse des deutschen Jugendmedienschutzes, auf Grundlage medien-wirkungstheoretischer Erkenntnisse in Bezug auf fiktive Gewaltdarstellungen in Filmen und Computerspielen, vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse – … Folgendes ist ein in Blogform umgewandelter (und stark bearbeiteter) Auszug dieser Arbeit und unterliegt entsprechenden Gesetzen zum Schutze geistigen Eigentums, also Finger weg :-D…

Es ist mal wieder so weit. In gewohnt populärwissenschaftlicher Manier rückt C. Pfeiffer ins Rampenlicht von Massenmedien und Politik, seines Zeichens Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens e.V. (KFN), Hüter von Recht und Moral (gemäß seiner eigenen ehernen Maximen), sowie selbsternannter „Experte“ für Medienwirkungen audio-visueller Medien, explizit von Computerspielen. Noch am 17. April 2007 tat er es seinem US-amerikanischen Pendant Jack Thompson gleich und verkündete nach den tragischen Vorfällen in Virginia, an diesen seien „Killerspiele“ schuld – jedoch einen Tag später, als sein nordamerikanischer Gesinnungsgenosse, also erst am Folgetag der Tat. Eins hatten beide jedoch gemein: Ihre Schuldzuweisungen an die Neuen Medien erfolgten selbstentlarvend bereits noch bevor es (aussagekräftige) offizielle Stellungnahmen der ermittelnden Behörden zum Tathergang und vor allem zum Täter gab. Tatsächlich wurden später keinerlei Computerspiele beim Täter gefunden. Der Agitationsreflex wurde in seiner Gänze entblößt, wo nicht generell bereits triviale Logik u./o. ein Minimum an Sachkenntnis die Unkenntnis der Agitatoren entlarven. Eine Entblößung von vielen, wie hier später dargestellt wird.

Obwohl solchen Reflexen eine Qualität inhärent ist, die automatisch vom Diskurs über den vermeintlichen Zusammenhang von fiktiver und realer Gewalt (also der Frage nach der Wirkung von fiktiven Gewaltdarstellungen auf die Rezipienten) disqualifizieren sollte, wurde C. Pfeiffer dennoch an diesem Donnerstag (dem 26.04.2007) abermals als „Experte“ geladen, diesmal in den deutschen Bundestag. Geladen hatte der Unterausschuss Neue Medien, um in einer Expertenrunde im Berliner Paul-Löbe-Haus den Umgang mit gewaltverherrlichenden Computerspielen zu diskutieren, so verlautbarte zumindest Gamestar.de am 23.04.2007. Neben C. Pfeiffer waren zudem Prof. Dr. Hartmut Warkus (Uni Leipzig), drei Vertreter der Kontrollmedien und ein Abgesandter der Industrie. Was genau diese Expertenrunde zur Debatte beitragen soll ist ungewiss, da vermeintlich gewaltverherrlichende Medien bereits beschlagnambar sind und somit der quasi weitreichendsten Sanktionsmöglichkeit (immerhin einem bundesweit strafbewehrtem Totalverbot) nach deutschem Recht unterliegen. D.h.: Eine Verschärfung wäre für solche Medien gar nicht wirklich diskutierbar, eher Lockerungen. Aber vielleicht handelt es sich hier einfach um einen Fehler von Gamestar.de oder die übliche Unkenntnis der Politik.

Doch auf all dies soll hier nicht eingegangen werden, der Fokus richtet sich auf C. Pfeiffer. Es soll dargestellt werden, dass dieser Mann, welcher immer wieder als Experte angeführt wird, nicht mal Anforderungen an einen Laienstatus erfüllt. Interessant ist hier ein Blick auf seine Argumentation und vermeintlich wissenschaftliche Beweise für seine Meinung.

Wenn C. Pfeiffer von Wirkungen und Gefahren der Computerspiele spricht, bezieht er sich durchweg auf vermeintliche Forschungsergebnisse seiner eigenen, nach wie vor unveröffentlichten (und somit einem peer-review noch unausgesetzten) Studie zur (inzwischen umbenannten) „Medienverwahrlosung“ Heranwachsender, zu der in den ungezählten Monaten seit 2005 bislang nur ein nichtssagendes Abstract veröffentlicht wurde. Ein Sammelsurium von (in dieser Form) nichtssagenden Äußerungen, die selbst in dieser Fassung bereits allenfalls fragwürdig sind und Fehler und Probleme in C. Pfeiffers Vorgehen offenbart.

Wichtiger ist jedoch eine aktuell laufende Studie: So verkündete das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport unter U. Schünemann (CDU) am 18.09.06 gemäß eines zuvor ergangenen Auftrags der Innenministerkonferenz der Unionsparteien (nach einer klaren Absage der Bundesregierung an weitere Verschärfungen des Jugendmedienschutzes) eine Kooperation mit dem KFN. Ziel der Zusammenarbeit sei ein KfN-Forschungsprojekt zur Evaluation des Jugendmedienschutzes hinsichtlich dessen Umsetzung durch die USK zur Verschärfung des Jugendmedienschutzes (unterstützt von der Thyssen Stiftung). Die entgültigen Ergebnisse sollen am 31.05.07 auf der Jugendministerkonferenz vorgestellt werden. Die offizielle Pressemitteilung erläutert:

„In einem ersten Schritt werden dazu die Inhalte von rund 90 Computerspielen ermittelt, die unterschiedliche Alterseinstufungen erhalten haben. Danach werden die entsprechenden Gutachten der USK überprüft, in wie weit die Einstufungen nachvollziehbar sind oder es nach den Regeln des Jugendmedienschutzes zu anderen Bewertungen hätte kommen müssen. Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend in einer Arbeitsgruppe unter Einbindung des Jugend- und Kultusministeriums Konsequenzen ermittelt und ein Konzept mit dem Ziel einer gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern erarbeitet werden. Schünemann und Pfeiffer waren sich darin einig, dass der Jugendschutz bei Gewalt verherrlichenden Computerspielen deutlich verbessert werden muss.“

Jedoch herhielt das KfN nur ca. 70 (exakt 72) USK-Gutachten und dies nur nach juristischen Komplikationen, da die USK die Gutachten nicht überantworten wollte/konnte. Tatsächlich dürfen diese Gutachten nicht ohne weiteres durch die USK veröffentlicht werden: „Da würden Eigentumsrechte der Anbieter verletzt. Zudem handelt es sich um einen hoheitlichen Verwaltungsakt. Da gelten ohnehin noch mal spezielle Regeln.“ (Christine Schulz, zitiert in: Peschke 2006b, S.1.) Nur wenn bspw. ein berechtigtes wissenschaftliches Interesse gegeben ist, gelten Ausnahmen. Diese anfängliche Vorenthaltung von Gutachten seitens der USK macht deren Haltung zum wissenschaftlichen Anspruch der KFN-Studie überdeutlich.

Ein relevanter Erkenntnisgewinn der aktuellen Studie ist zudem (bereits methodisch, wie später präzisiert wird) fragwürdig: Es ist a priori feststellbar, dass sich Altersklassifikationen per se nicht objektivieren lassen. Letztlich werden somit also lediglich den subjektiven, jedoch durch plurale Gremien erarbeiteten und somit zumindest auf Objektivität zielenden Prüfergebnissen der USK diejenigen des KfN vorgehalten – maßgeblich basierend auf moralisch/ethischen Maximen C. Pfeiffers, welcher sich zudem durch eine langanhaltende Kampagne gegen die USK als voreingenommen disqualifiziert (wie ebenfalls später präzisiert wird).

Das der aktuelle Jugendmedienschutz unzureichend sei, ist in dieser Studie also bereits Prämisse. Auch ein immenses negatives Medienwirkungspotential wird hier a priori vorausgesetzt, ohne adäquaten eigenständigen Ansatz einer Medienwirkungsforschung – stattdessen bezieht sich C. Pfeiffer wie erwähnt nur auf fragwürdige Forschungsergebnisse seiner eigenen Studie zur sog. Medienverwahrlosung, sowie Studien ähnlich inadäquater Mediengewaltgegner.

Fazit: Hier soll ex post facto einer ex ante intendierten Verschärfungsabsicht die wissenschaftliche Legitimation geliefert werden, dass Forschungsergebnis scheint bereits im Vorfeld festzustehen, ebenso die Konsequenzen: Herstellungs- und Verbreitungsverbote, sowie die Verstaatlichung der freiwilligen Selbstkontrolle (resp. eine Abschaffung der Co-Regulierung) seien unumgänglich. Tatsächlich fordern diese Konsequenzen bereits existentes, sind also unnötig: Gewaltverherrlichende Medien werden ohnehin (theoretisch) beschlagnahmt und die freiwillige Selbstkontrolle ist bereits de facto (halb-)staatlich.

C. Pfeiffer rekurriert mit seinen Thesen (wie kurz zuvor angedeutet) u.a. (mehr oder weniger implizit) auf diejenigen seines „medizinischen Sekundanten […] Manfred Spitzer“, vertritt also auch dessen Hypothesen, z.B. Bildschirmmedien machten „Kinder dick, krank, dumm und traurig“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Krell 2005) – und nicht zuletzt gewaltbereit. Zitat: „Wer aber Ego-Shooter und Kampfspiele spielt, bei dem erhöht sich die Gewaltbereitschaft enorm.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Schmaler/Wiedersheim 2006) Dabei vertritt er die (triviallogisch und methodisch unausgereifte und folglich empirisch bislang ausschließlich ungenügend geprüfte) Habitualisierungsthese, diffamiert zugleich die Spieler: „Leute, die subjektiv in der Rolle des Mörders oder des Zuhälters sind, die müssen das weniger schlimm finden, damit ihnen das gefällt. So ist nun mal die Seele angelegt, dass sie versucht zu neutralisieren. Alles andere würde ja den Spaß vermiesen. Und das überträgt sich ins reale Leben, wo dann die Spieler solcher Spiele regelmäßig gehemmter auftreten, empathisch weniger kompetent sind als andere Menschen.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Peschke 2006a, S.2.)

Zusätzlich vertritt er die (mit bereits erwähnten und vielen zusätzlichen Problemen behaftete) Imitationsthese, letztere jedoch nur für Einzelfälle: „Die Mehrheit der Jugendlichen führt das Computerspielen nicht zu Nachahmungseffekten. Die werden durch das Computerspielen nur schlechte Schüler und das wiederum kann dann auslösen, dass sie aus ihrem Frust, ein schlechter Schüler zu sein, aggressiv werden – aber nicht durch direkte Nachahmung, sondern mehr durch das mißlungene Leben, in dem das Computerspielen eine zu gewichtige Rolle bekommen hat.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Krell 2005)

Der Einfluss anderer Faktoren (sowohl individualbiographischer, als auch reziprok damit einhergehende gesellschaftlicher und kultureller) wird von ihm jedoch angesichts des vermeintlichen Medieneinflusses relativiert, indirekte Wirkung durch Postulierungen direkter Wirkungen ersetzt – gewisse Spieler könnten Realität und fiktive Computerspielinhalte nicht mehr trennen. Zudem seien Computerspiele auch „ein notwendiger Faktor für den Amoklauf“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Peschke 2006a, S.2.), er behauptet: Hätte B. Bosse bspw. keine Computerspiele gehabt, „wäre er mit Sicherheit kein Amokläufer geworden. Früher hatten wir Amokläufe nur durch Erwachsene. Heute haben wir die Entwicklung, dass immer häufiger Jugendliche das machen. […] Man muss sich vor Augen halten: Sämtliche Amokläufer unter 20 Jahre, die wir in der letzten Zeit sehen mussten, sind massiv durch Computerspiele beeinflusst gewesen. Sie haben Handlungsmuster nachempfunden, die sie als attraktiv erlebt haben, sind also quasi auf den Spuren ihrer Computerspiele unterwegs gewesen.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: ebd.) Diese Einschätzung widerspricht nicht nur (quasi sämtlichen) Erkenntnissen der Medienwirkungsforschung, zudem gab es bereits früher derartige Taten durch Heranwachsende (Bekanntheit erlangte bspw. die Tat der damals 16-jährigen Marie Ann Spencer an der Grover Cleveland Elementary School in San Diego am 29.01.79).

Zudem kann generell bereits seine unkritische Verwendung des Begriffs „Killerspiel“ kritisiert werden. Zusätzlich rekurrierte C. Pfeiffer auf die damals aktuelle Debatte zur sog. neuen Unterschicht: „Die Playstation ist das Spielzeug der Armen. Gilt auch für den Computer, übrigens.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Peschke 2006a, S.3.) Er sieht zudem in den Bildschirmmedien eine Erklärung für die ungenügenden PISA-Ergebnisse deutscher Schüler, sowie für eine (vermeintlich) zunehmend abnehmende Wirtschaftskraft der BRD. Entsprechend ist Kritik auch von politischer Seite gegeben. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Uwe Benneter (SPD) kommentierte bspw. C. Pfeiffers Thesen entsprechend: „Ich habe auch nicht den Eindruck, dass er da wirklich so viel Ahnung davon hat.“ (Klaus Uwe Benneter, zitiert in: Güßgen 2006b)

Zudem disqualifiziert ihn seine langanhaltende Kampagne gegen die USK als thematisch voreingenommen. C. Pfeiffer kritisiert die Prüfkriterien der USK, denn „man müsse die Entscheidung mehr auf die Gewaltspitzen, die Exzesse im Spiel gründen. Ihren ‚ganzheitlichen Ansatz’ findet er da falsch, da er Gewalt gegebenenfalls relativiert.“ (Peschke 2006b, S.2.) D.h.: Der Forschungsansatz des KfN (hinsichtlich des quasi selbsterteilten Evaluationsauftrages der USK) sieht eine dekontextualisierte Analyse der Gewaltdarstellungen vor, liefert also bereits vom Ansatz her keine adäquate Behandlung der Mediengewaltproblematik. Eine etwaige negative Wirkung rückt also zunehmend aus dem Studienfokus und wird von noch subjektiveren moralisch/ethischen Kriterien verdrängt. Die moralisch/ethische Verzerrung seiner Perspektive wird nachfolgend präzisiert: C. Pfeiffer postuliert bspw. die Existenz von Spielen, „die vom Gewaltexzess her beispielsweise in die Nähe kommen von einem Pornofilm, bei dem real ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt wird und der Film anschließend für 4000 Euro ins Internet wandert.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Peschke 2006a, S.1.) Er bestätigt auch auf erneutes Nachfragen, diverse Computerspiele auf einem Niveau mit Kinderpornographie zu lokalisieren – merkt jedoch an, dass diese bereits jetzt nach § 131 StGB strafbar seien. Rückschließend sind für ihn also auch aktuell dementsprechend beschlagnahmte Titel (also explizit Manhunt und div. Mortal Kombat Teile) quasi kinderpornographisch (jedoch ist davon auszugehen, dass ihm diese expliziten Titel nicht bekannt sind). Der gesamte Vergleich per se ist jedoch als absurd abzulehnen. Er präzisiert: „Eine Gesellschaft, die so ein Spiel freigibt für den Markt, ist krank. Zutiefst krank. Hier wird das Ausüben von Verbrechen belohnt. Ausgeschlossen. Für mich: Glatt ausgeschlossen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies der Einstieg in einen Werteverlust ist. […] Spiele, die derart unmoralische, ethisch nicht akzeptable Verhaltensweisen prämieren, würden bei mir alle vom Markt verschwinden.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: a.a.O., S.2.)

Deutlich wird er zudem bei Nachfrage zu seinen eigenen Computerspielgewohnheiten: „Ich spiele nie! Doch, ich habe ‚Counterstrike’ gespielt und all das gesehen, was der Jugendliche aus Erfurt gespielt hatte. Es war ziemlich zum Kotzen.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Schmaler/Wiedersheim 2006) Letzteres ist insbesondere interessant, da C. Pfeiffer in seiner Kritik an die USK anmerkt: „Meiner Meinung nach muss ein Gutachter das Spiel selbst zu einem großen Teil gespielt haben.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Peschke 2006a, S.1.) – ansonsten könne keine adäquate Beurteilung stattfinden. Zusammengefasst verdeutlicht dies den pornographischen Blick des antipathisch prädispositionierten Fremden.

Ein Kurzer Exkurs zur Definition des Fremden (gemäß Rainer Winter):
Der Fremde definiert sich durch nur marginale und unsystematisierte Lesekompetenzen, gekennzeichnet durch eine naive Orientierung im und einer undifferenzierten (simplifizierten) Interpretation des Medientextes, weshalb meist versucht wird, Interpretationsrahmen anderer Genres aufeinander zu übertragen – Textunterschiede werden weniger innerhalb eines Genres, als im Vergleich der Genres miteinander wahrgenommen [(d.h.: „Sie haben noch nicht gelernt, die Sprache eines solchen [Mediums/Genres] zu entschlüsseln. Sie kennen die Typika nicht und verstehen deshalb [den Medieninhalt] auch nicht vollständig.“ (Thomas Hausmanninger, zitiert in: Gottberg 2001a, S.48f.)]. Durch ausgelassene/inadäquate Einordnung der Medientexte in ein sinnstiftendes Relevanzsystem, ist die Rezeption eine potentiell negative, einzustellende Erfahrung (Möglicherweise „sind sie abgestoßen, finden schlimm und grässlich, was sie gesehen haben und unterschreiben eventuell am nächsten Tag eine Petition zum Verbot solcher [Medieninhalte]“, (Thomas Hausmanninger, zitiert in: a.a.O.) beachten diesen Inhalt nicht weiter oder aber dieser wirkt positiv und der Rezipient avanciert zur nächsten, medienkompetenteren Stufe.). Als Anmerkung, Fremde sind eher die Ausnahme in einer Mediengesellschaft, Touristen und Buffs sind die Regel (der höchste Grad wäre der sog. Freak), diese Stellen in dieser Reihenfolge eine unterschiedlich hohe Grade von Medienkompetenz dar, wobei Fremde die Inkompetentesten sind. Auf eine weitere Definition wird hier verzichtet.

C. Pfeiffer war im Laufe des Jahres 2006 mehrfach massenmedial präsent (unmittelbar nach dem sog. Amoklauf von Emsdetten nahezu täglich) und stellte dabei die immer gleichen diffamierenden Mutmaßungen über die Arbeitsweise der USK an, ohne jemals Einsicht in oder Teilhabe an einem ihrer Prüfverfahren gehabt zu haben: „Wir vermuten, dass sich die ehrenamtlichen Gutachter zu stark auf die Inhaltsbeschreibung der Testspieler verlassen […]. Eine zweite Hypothese ist, dass die Regeln zu unklar sind.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Seel 2006) Explizit unterstellt er ihr eine Blockierung der BPjM (fordert damit auch eine höhere Indizierungsquote) durch zu niedrige oder überhaupt erteilte Altersklassifikationen, was er mit einer angeblichen Industrienähe und Voreingenommenheit der Spieltester begründet – dabei griff er auch explizit Marek Klingenstein, den Cheftester der USK an: „Dass jemand, der nach eigenem Bekunden ein Fan der Computerspiele-Szene ist, selbst als Anwalt der Industrie auftrat, wenn es darum ging, Spiele vor der BPjM zu verteidigen, dass so jemand zum Cheftester und Ausbilder der übrigen Tester bestellt wird, das finde ich befremdlich. Wenn ich dann […] lesen muss, dass Herr Klingelstein das, was wir kritisch sagen oder was Rainer Fromm kritisch sagt, für ‚Schwachsinn’ hält, dann meine ich: Herr Klingelstein setzt sich nicht genügend mit den Folgen von Computerspielen auseinander. Weil er so involviert ist, weil das sein Hobby ist, sein Beruf. Daher ist er in meinen Augen eine zu problematische Person, um Teil der Organisation zu sein, die die Inhalte feststellt und sie dann ja an die Gutachter weitergibt.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Peschke 2006a, S.1.) USK-Leiterin Christine Schulz (seit 06.02.06) dementiert: „Denn wer ist es denn, der über die Freigabe entscheidet? Das sind die Gutachter und der ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden. Die entscheiden mit einfacher Mehrheit in den Gremien. Kein Tester und kein USK-Mitarbeiter hat je eine Altersfreigabe entschieden. Liegt der Vorwurf der Tester darin, dass sie Spieler sind? Aber die müssen doch spielen können, um ihren Job zu erfüllen. Auch Herr Pfeiffers Tester können spielen. Natürlich ist die Industrie auch im Beirat vertreten, ja. Das sind zwei Personen von achtzehn. Die sitzen da mit Vertretern der deutschen Bischofskonferenz, von Jugendverbänden, der Kultusministerkonferenz, der Bundesprüfstelle und so weiter. Die geben insgesamt mit Mehrheit den Grundsätzen und der Prüfordnung sowie allen Änderungen in den Paragraphen ihren Stempel. Wie wir also industrienah arbeiten sollen, war mir ein Rätsel. […] Da kann ich nur sagen: Ich will niemals jemand anderen haben auf diesem Posten. Weil er auf seine Weise versteht, was die Industrie produziert. Und er war niemals, will ich jetzt gleich dazu sagen, im Auftrag der Industrie bei der Bundesprüfstelle. Er war im Auftrag der USK dort, um die BPjM beim Vorführen der Titel zu unterstützen, da die BPjM nicht vom Anbieter vorführen lassen möchte.“ (Christine Schulz, zitiert in: Peschke 2006b, S.1.)
Sie führt weiter aus: „Kein Tester und kein Gutachter der USK, die ja durch die Länder benannt werden, darf in der Hard- oder Softwareindustrie beschäftigt sein. Aber zu sagen, dass sich niemand auf eine Stelle hier bewerben darf, der aus der Industrie kommt? Natürlich muss man die Leute genau unter die Lupe nehmen, aber es kann doch kein Ausschlusskriterium sein, wenn man sich mit der Materie auskennt. So redet man aber nun mal, wenn man in den Bahnen von ‚Hassindustrie’ und ‚perverse Gamesindustrie’ denkt. […] Deswegen noch mal zur Industrienähe: Dass hier niemand sitzt, der tatsächlich meint, dass man bei einem Spiel Täter ist und Menschen ermorden muss, ja, das ist unsere Absicht. Wer hier selbst in seiner Betrachtung schon Spiel und Realität nicht auseinander halten kann, sollte über das Medium auch nicht urteilen.“ (Christine Schulz, zitiert in: a.a.O., S.2.)

Folgerichtig verkündete die USK noch in ihrer Pressemitteilung vom 22.09.2006:
„Wir sehen in den Äußerungen der Herrn Prof. Pfeiffer und Herrn Innenminister Schünemann mehr als nur eine Herabwürdigung dieses zu großen Teilen ehrenamtlichen Engagements. Die Wirkung solcher auf öffentliche Aufmerksamkeit statt Sachlichkeit zielenden Politik geht aber noch weiter: Sie bewirkt die Schwächung dessen, wofür sie vorgibt einzutreten: den Jugendschutz. Denn wieso sollten Handel, Eltern und Pädagogen einem System vertrauen und es unterstützen, das in der Öffentlichkeit als ungenügend gebrandmarkt wird? Wir hoffen, noch immer, dass die Diskussion wieder auf eine sachliche Grundlage zurück findet und sich auf die klaren rechtlichen Regelungen bezieht, anstatt vermeintliche Erkenntnisse aus Forschungsvorhaben zu ziehen, die noch nicht einmal richtig begonnen wurden.“

Dem ist zuzustimmen. Tatsächlich ist die Frage nach der Motivation C. Pfeiffers angebracht, da eine ohnehin angedachte – offiziell von Bund und Ländern beauftrage – Evaluierung des Jugendmedienschutzes (u.a. inkl. dessen Umsetzung durch die USK) durch das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung der Universität Hamburg bereits im Oktober 2006 anlief, entgültige Ergebnisse sind bis September 2007 angedacht. Die Evaluierung durch das KfN ist also unnötig. Neben moralisch/ethischen Gründen ist das wahrscheinliche Motiv C. Pfeiffers auch der Zugang zu Forschungsgeldern, wie erstmalig Thomas Jarzombek (CDU) öffentlich spekulierte (ein Indiz dafür lieferte z.B. U. Schünemann mit seiner Forderung, explizit Kriminologen in die Personalstruktur der USK zu integrieren. Dies ist als Unterstützung C. Pfeiffers in seiner Funktion als Kriminologe zu verstehen). D.h.: Er „möchte die USK abschaffen. Oder, sagen manche, ihren Job übernehmen – und die dafür vorgesehenen Gelder gleich mit [gemeint sind hier die öffentlichen Gelder an die USK]. Die Hersteller bezahlen dafür, wenn ein Spiel durch die USK geprüft wird. Jährlich werden dort so mehrere Millionen Euro umgesetzt.“ (Stöcker 2006d).
USK-Geschäftsführer Klaus Spieler griff diesen Ansatz zustimmend auf und wies zusätzlich die Ambitionen C. Pfeiffers, sowie M. Spitzers, als reaktionär zurück: „Ihm und Spitzer gehe es in Wahrheit aber nicht nur um Spiele: Sie verabscheuten die USK für ihre Schulungsprogramme für Pädagogen. Hunderttausende Kindergärtnerinnen würden von der Einrichtung im Umgang mit Computern und der Vermittlung von Medienkompetenz unterrichtet. Pfeiffer und Spitzer sei das zuwider, sagte Spieler. Sie wollten alle Bildschirme aus Kindergärten und Schulen verbannen.“ (a.a.O.) Tatsächlich wären pauschale Herstellungs- und Verbotsforderungen kontraproduktiv für die mögliche einleitende Motivlage C. Pfeiffers, was erklären könnte, weshalb er gegen Verbote plädiert und den Landesinnenministern stattdessen alternative Vorschläge machte.

Welche Vorschläge genau, ist unbekannt. Denkbar sind jedoch Reformierungsvorschläge für die USK, u.a. hinsichtlich ihrer Prüfkriterien. Darüber hinaus sind (an M. Spitzer angelehnte) Forderungen denkbar, welche er zuvor äußerte: Die Schaffung von Ganztagsschulen und die Abschaffung des Zugriffs auf Bildschirmmedien durch Heranwachsende. Als (implizite) Alternative führt er aus: „Ich war in einer Schule in Süddeutschland, dort spielen viele Schüler in einer Blaskapelle. Gleichzeitig haben viel weniger Schüler einen Computer im Zimmer.“ (Christian Pfeiffer, zitiert in: Schmaler/Wiedersheim 2006)

Lange Rede, kurzer Sinn: C. Pfeiffer hat ist kein Experte, nicht mal ein Laie. Er hat schlichtweg keine Ahnung von der Materie… Um das zu verdeutlichen hätte schon eine kommentarlose Rezitierung seines grandiosen Zitates zu World of Warcraft (WoW) in einer wohlbekannten Hart aber Fair Ausstrahlung gereicht, in der er unwidersprochen WoW als ein Spiel definiert, in dem moderne Armeen mit High-Tech-Equipment gegeneinander Krieg führen.

Quellen:

– Krell, Peter C. (2005): Interview mit Prof. Dr. Pfeiffer (KFN). Online im Internet: , zugegriffen am: 21.02.2007.

– Schmaler, Dirk / Wiedersheim, Volker (2006): Mord ist Sport. Online im Internet: , zugegriffen am: 21.02.2007.

– Peschke, Andre (2006a): Nach Emsdetten. Prof. Pfeiffer im Interview. Online im Internet: , zugegriffen am: 21.02.2007.

– Peschke, Andre (2006b): USK in der Kritik. Online im Internet: , zugegriffen am: 21.02.2007.

– Güßgen, Florian (2006b): Verbotsdebatte. Machen Killerspiele „dick, dumm und hässlich“? Online im Internet: , zugegriffen am: 21.02.2007.

– Gottberg, Joachim von (2001a): Eigentlich lehnen die Zuschauer Gewaltdarstellungen ab – Katholische Sozialethik und der Blick auf populäre Medien. In: tv diskurs, H. 17 / 2001, S.42–49.

– Stöcker, Christian (2006d): Verbots-Debatte: Breitseite gegen Killerspiel-Jäger Pfeiffer. Online im Internet: , zugegriffen am: 21.02.2007.

ZDF-Hetzpropganda vs. „Killerspiele“

Am vergangenen Freitag sendete das ZDF im Format aspekte den Beitrag „Wie Kinder Spaß am Morden finden“, welcher unmittelbar in der Tradition gewisser Frontal21-Pamphlete stand und nach gewohntem Muster mit Pseudoargumenten operierte, die ich im Folgenden kurz (und polemisch, da mir mittlerweile die Muse abhanden geht, hierauf differenziert zu antworten) betrachten werde:

Schon vor Beginn des eigentlichen Beitrages wird ordentlich Stimmung gemacht, Daddeln als Phänomen des neuen deutschen Feindbildes (der von der Politik so vergeblich dementierten) Unterschicht dargestellt (wobei doch aktuelle Studien dazu was völlig anderes aussagen und den Durchschnittspieler völlig unterschiedlich von diesem Vorwurf ansiedeln), ein wunderbarer Vorwurf um weiter mit implizierten Negativkonnotationen zu operieren, die hier nun entstehen mögen.
 

Es fängt schon im ersten eigentlichen Beitragssatz an, bereits hier ist man unsäglich tendenziell und populistisch: „Wie Kinder Spaß am Morden finden“ lautet der Titel und einleitende Satz des Beitrages und „Bei sadistischen Computerspielen versagt der Jugendschutz“ stellt den offiziellen Untertitel dar, der direkt die Richtung klar macht. Aber was ist sadistisch (oder später: exzessiv oder ganz im Allgemeinen brutal, gewaltverherrlichend, grausam, abartig, pervers)? Antwort: Nichts und alles, es ist absolut subjektiv. Ist hier nicht nur wieder der sog. pornographische Blick tätig, den Florian Rötzer (Telepolis) diesen inquisitorischen Gewaltgegnern einst so treffend attestiert hat (und den auch die dahingehende Forschung stichhaltig beweisen konnte, da diese Personen meist ihre eigenen Ängste und Befürchtungen, ihre eigenen Interpretationen und ihre Unkenntnis bspw. in einem gewissen Genre zum non plus ultra erheben und auf alle anderen Mitmenschen projizieren), dass Verlaufen auf der Landkarte der Genre-Ikonographie? Eben weil man nicht rezipiert, wie ein großteil der Menschheit in einer vermeintlich liberalen, egalitären und aufgeklärten Gesellschaft, sondern wie der Agitator mit erhobenem Zeigefinger, der man nachweisbar auch ist, der  nur sieht, was er sehen will und nicht das, was andere sehen können, der einfach nicht reflektieren kann, um es klar heraus zu sagen. 
Meinungsmache über Meinungsmache folgt in diesem Beitrag: „Bewaffnet mit Motorsägen, Baseballschlägern, Schaufeln und Pistolen gegen Passanten, Rentner und Polizisten kämpfen – und das alles bei cooler Musik und mit schönen Frauen zusätzlich. Das ist das Erfolgsrezept des Computerspiels ‚GTA San Andreas'“… Hier wird der Kontext verzerrt, eine Möglichkeit zum Spielziel erklärt, unumstößlich zum Fakt erhoben um ein unwissendes Publikum für spätere Verbotsforderungen zu sensibilisieren. Ganz zu schweigen davon, dass hier Szenen der ungeschnittenen Importfassung gezeigt wurden und man bewußt verschwieg, dass die deutsche Version gar übelst der Zensurschere zum Opfer fiel (denn die Erwähnung der Zensur hätte ja durchaus das potential, dass in diesem Beitrag das als zu lasch kritisierte Jugendmedienschutzsystemd er BRD als in Wahrheit viel zu strang zu entlarven).Und ja, es ist skandalös, Meinungsäußerungen wie die von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) z.B., die durch Nicht- und Falschkenntnis und Engstirnigkeit par excellence glänzen, da wird dann z.B. schon mal eine Altersklassifikation als „Gütesiegel“ deklariert, aber nach dieser Logik müßte doch ein Totalverbot das non plus ultra der Güteversicherung darstellen und sollte tunlichst zu vermeiden sein (wobei angemerkt sei, dass sich bspw. USK und BPjM und der Gesetzgeber durchaus vollkommen bewußt sind, dass höhere Altersklassfikationen oder gar das ausbleiben einer solchen Klassifikation und die Indizierung ein hohes Werbepotential haben, Verbote reizen einfach und sind hier shclichtweg kontraproduktiv). Aber nein, Hinterfragen ist nicht gefragt…
Und wieso wird hier behauptet, es sei „völlig klar, dass da etwas schief läuft“, wenn GTA:SA die Altersklassifikation „Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG“ erhält?
Klar ist das nur für denjenigen, der entweder keine Ahnung von der Materie hat (sprich: z.B. den Erkenntnissen der Wirkungsforschung) oder seine subjektive Meinung über passende Altersfreigaben zur Allgemeinwahrheit erhebt,  wobei in diesem Fall höchstwahrscheinlich beides der Fall ist.
Ja und „In anderen Spielen, die im Handel frei erhältlich sind, heißt es: ‚Bereite dich auf unsagbare Schmerzen vor‘, ‚verwende stachelumwickelte Baseballschläger‘, ‚Was weißt Du über Dich, wenn Du Dich noch nie geprügelt hast‘. Ein anderer Spielhersteller wirbt auf der Verpackung mit ‚Schockierende Röntgen-Aufnahmen bei Knochenbrüchen‘ und ‚extrem realistische Kampfverletzungen‘. Trotz derlei virtuellen Gewaltexzessen können auch solche Spiele in deutschen Kaufhäusern vermarktet werden.“ Anm.: Dabei handelt es sich übrigens um das in ZDF-Formaten oft Erwähnte – aber irgendwie nur unglaublich schwer aufzutreibende, weil einfach miserable – Backyard Wrestling und um Fight Club. Jaaa skandalös… skandalös ist es, hier aus dem Kontext gerissene Werbetexte von Spielepackungen zu nehmen und anhand dessen von Gewaltexzessen zu reden und deren Vermarktung anzuprangern. Auch skandalös, weil der Satz „Was weißt Du über Dich, wenn Du Dich noch nie geprügelt hast“ ein astreines Fight Club Zitat ist, das auch als solches auf der Packung des dazugehörigen Spieles deutlich gemacht wird…Es ist von einer „Flut von Gewaltspielen“ die Rede, wer sich aber mal die entsprechenden Zahlen anguckt, wie gering der Anteil an Spielen ist, die Jugendlichen regulär nach deutschem Recht nicht in die Hände fallen sollten (ca. 4-5 %, wobei indizierte oder beschlagnahmte Titel gar in den Promillebereich fallen), sieht diese Aussage klar widerlegt, aber halt: Gerade diese ach so lasche Altersklassifikationshandhabe der USK wird ja angeprangert…„‚Da sind die Innenminister gefordert, nach vorne zu gehen. Wir haben uns geeinigt, wir wollen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen Nachweise führen, dass die USK hier falsch gehandelt hat, und dann aber gleich den Auftrag erteilen, ‚was sind Killerspiele?‘ – dann wollen wir Formulierungen haben für ein Herstellungsverbot und ein Verbreitungsverbot.‘
Glücklicherweise wurde diesem unterfangen unlängst ein gewaltiger Riegel vorgeschoben wurde (wie hier im BLog zu lesen war), trotzdem wird hier weiter rumgequakt, der Profilierung zu Gunsten. Mal abgesehen davon freue ich mich auf die Definition eines „Killerspiels“ (ein unerträglich pejorativer Begriff`), freue mich auf eine abzuhakende Liste mit genau festgeschriebener Blutmenge, abgetrennten Körperteilen, Blauen Flecken, der Anzahl und Art von Schimpfwörtern usw. usf. Wozu noch darauf achten, wie vermeintliche Gewaltdarstellungen in einen Kontext eingebettet wurden, immerhin kann man ja die Mutmaßung vorhalten, dass 2 abgetrennte Körperteile immer schlimmer seien als nur eines und 2 Liter Blut schlimmer als ein halber, gell…
Und wenn diese ganzen ignoranten CDUler (erstaunlich, alles übel kommt von da und den Kameraden, die ihr D durch ein S ersetzt haben) von einem „Wertezerfall“ spricht, dann verkneif ich mir jetzt einfach mal einen kritischen Blick auf gewünschte Werte eben jener Herren (man Denke sich nur das scheppernde Glashaus), was ja auch ein anderes Thema darstellen würde, genauso wie vermeintlicher (wohl nur schwerlich nachweisbarer) Wertezerfall und Daddeln 2 völlig differenzierte Themenkomplexe sind, aber für manch einen scheint es da ja einen Zusammenhang zu geben.

„Holger Hövelmann (SPD) aus Sachsen Anhalt kritisiert: ‚Es ist schon erschreckend, dass die Selbstkontrollmechanismen in diesem Umfang, wie wir uns das alle wünschen, nicht funktionieren.‘
Ja was verlagen diese Menschen eigentlich? Eine Quote? Von XX geprüften Spielen müssen X „Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG“ bekommen oder besser überhaupt kein Prüfsiegel oder noch besser direkt indiziert werden (mit nachfolgender Beschlagnahmung)? Eine Pauschalforderung nach mehr Verboten? Mein Gott… was für Trottel… ja, dass muss hier auch mal so gesagt werden, klar heraus: Trottel. Es geht halt nicht immer sachlich, wenn man sich ob der Inkompetenz von offensichtlichen Entscheidungsträgern aufregen muss.

„Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann spricht sich für eine Umstrukturierung des Jugendschutzes aus. Schünemann: ‚Das gehört auf jeden Fall in staatliche Hände, das muss von den Jugendministern in Zukunft anders organisiert werden, die USK kann das in Zukunft sicherlich nicht machen.'“ Wie kann eigentlich die Meinung eines Menschen, der sich so offensichtlich durch eklatante Nichtkenntnis dessen, über das er berichtet, Beachtung finden? Die USK ist de facto unter staatlicher Kontrolle und kein unabhängiger Verein, der agiert wie er lustig ist (sondern darüber hinaus ist er an das JuSchG gebunden). Man sollte sich mal genauer mit den Strukturen, eEchanismen, Phänomenen whatever auseinandersetzen, die man anfängt zu kritisieren, sobald R. Fromm samt Team einen mit der Kamera anfunzelt und damit zu einer möglichst populistischen Stellungnahme nötigt. Schnell sind da dann Pauschalantworten fertig, die Handlungen versprechen, so kann man sich immer am besten profilieren… 

Und jaaa, der Herr Pfeiffer ist mal wieder mit von der Partie, ein Inquisitor der Neuzeit durch und durch, der einen echt an der Qualität akademischer Grade zweifeln läßt. Diesmal hat man sich wohl Spitzer und Lukesch ausgespart (Glogauer ist wahrscheinlich schon abgenippelt). Über den Mann muss man eigentlich nicht mehr viel sagen, er hat halt keine Ahnung von dem, was er macht, hatte er nie und wird er nie haben. Er ist unseriös, wirft mit Korrelationen um sich, deren Korrelationsfaktor gleich null ist, aber das muss man ja nicht erwähnen, geschweige denn darauf aufmerksam machen, dass somit auch der Aussagegehalt zu deisen Zusammenhängen gleich null ist… könnte auch an den unpassenden Variablen und den mehr als ungenügenden Experimentdesigns liegen. Wahrscheinlicher ist aber, dass seine „Forschungsergebnisse“ deshalb unbrauchbar sind, weil heir nicht wissenschaftlich vorgegangen wird und Pfeiffers subjektiver Dummfug bereits im Vorfeld als Forschungsergebnis feststeht. Interessant übrigens: Die besagten Frontal21-Berichte basierten u.a. auf Hetzen von herrn PFeiffer und Kollegen, diese Beiträge führten zu massiven Reaktionen gewisser CDU/CSU-Agitatoren, die Konsequenzen fordern und sich dazu (also zur Untermauerung ihres Vorhabens mit Pseudoargumenten) wieder an Herrn Pfeiffer wenden… bizarr… Das die werten Herren hier natürlich die Argumentationsgrundlagen geliefert bekommen, die sie wollen, ist klar, nur hält diese vermeintlich wissenschaftlich fundierte Argumentation dann keine 2 Minuten im Kreuzfeuer seriöser Wissenschaftler aus.In Sachen Inkompetenz kaum zu überbieten sind Aussagen wie diese: „Projektleiter Prof. Dr. Christian Pfeiffer sieht in zahlreichen Spielen ‚das Prinzip der Menschenwürde nach Artikel 1 Grundgesetz verletzt.‘
Kann mir das mal jemand erklären? Ist die Menschenwürde der Spieler verletzt? Nein, diese Interpretation wäre abwegig (also für Pfeiffer denkbar), mal abgesehen davon, dass niemand spielen muss. Was bleibt dann? Nein.. das kann nicht sein… Pfeiffer meint doch nicht wirklich… wirklich… das Videospielfiguren eine Menschenwürde hätten? OMFG…
Und was sollen uns solche Textpassagen sagen?
„Bereits die ersten Untersuchungsbefunde dokumentieren eine problematische Beurteilungspraxis der USK. Pfeiffer: ‚Bereits das Spielen der ersten zwanzig Spiele, die wir überprüft haben, weckt bei uns massive Zweifel, ob das System funktioniert. Bei einigen Spielen würden wir sagen ‚für den Markt überhaupt nicht geeignet‘, bei anderen würden wir höhere Alterseinstufungen empfehlen.'“
Ja und? Ich würde niedrigere Alterseinstufungen für fast alle Spiele empfehlen… so what? Was will Pfeiffer damit vermitteln, dass er das objektiver beurteilen könnte, welche Klassifikation geeigneter wäre? Kann er eben nicht, ersten ist er dazu zu inkompetent, zweitens gibt es keien Belege aus der Wirkungsforschung, die ein Altersklassifikationssystem überhaupt stützen köntnen und drittens ist es eine bewiesenermaßen absolut subjektive, individuelle und von unendlich vielen Faktoren abhängige Sache, wie welcher Inhalt auf wen wirkt etc. Natürlich funktioniert das System so nicht, wie es ist, es ist zu streng!
Und jetzt kommen wir zu einem meiner Libelingspseudoargumentationspunkte bei diesem Thema, der subjektiv verzerrten, schriftlichen Darstellung eines Inhaltes in möglichst malerischen Worten, um wieder das unwissende publikum für Verbote zu sensibilisieren: „Prof. Dr. Christian Pfeiffer weiter: ‚Wir sehen zum Beispiel in einem Spiel, dass der Spieler in die Rolle kommt, einer Frau von hinten das Messer durch den Hals zu ziehen, dann bricht sie zusammen, und eine Blutlache breitet sich aus oder eine Frau mit einer Schaufel zu erschlagen, wüstes Geschrei, und dann liegt sie in ihrem Blut … und dann sieht man Tote, und das Blut breitet sich aus.‘
Mit diesen Worten könnte man auch eine x-beliebige Tatort-Folge oder Pablo Picassos Guernica beschreiben. Es sagt absolut NICHTS über den beschriebenen Inhalt aus, nur über den Beschreibenden, sprich: Wir erleben hier einen seeehr tiefen Blick in die Wirren Gedanken des Herrn Pfeiffer…

Und es war ja klar, dass mal wieder Rainer Fromm seine Hände im Spiel hat, die Personifizierung unseriösen, tendenziellen „Journalismus“ (wenn man diese medialen Pamphlete noch so nennen kann, was ich ganz klar bestreite), Verteidiger des den Deutschen liebsten Wortes: VERBOT! 
Aber wie sollte es auch anders sein, hat bei ihm ja schliesslich Tradition. Und es zeigt mal wieder, daß man mit (bewußtem) Unwissen, Meinungsmache und blanker Hetze Geld machen kann… trauriges Land… und das ganze ist nebenbei noch ein Argument mehr gegen die GEZ.

Hach.. ich hasse diese Land…
Link:

„Wie Kinder Spaß am Morden finden“ (youtube)

Die Indizierung des El Matador

Nachdem ich vor kurzem noch über die dubiose El Matador Sonder-Edition berichtete, verkündet der aktuelle BPjM-Bundesanzeiger einen weiteren Sieg gegen den gesunden Menschenverstand, denn die besagte (ungeschnittene) El Matador Fassung wurde bei laufender Games Convention (in Leipzig) quasi vom Fleck weg indiziert (wobei sich dieser Fleck auf bundesweit lediglich drei offizielle Distributionsorte verteilt, genauer: Zwei Leipziger Saturn-Märkte und eben der Frogster Interactive Stand auf der GC selbst). Zudem ergriff Frogster Interactive eigene Maßnahmen und stellte nicht nur die offizielle dt. Homepage des Spiels vorläufig auf Eis, sondern entfernte zudem auf der offiziellen Frogster Interactive Homepage selbst sämtliche Links zum nun indizierten Videospielhelden…    

Tja, was soll man sagen? (ACHTUNG! Es folgt undifferenzierte Polemik) Der (äh…) „Sinn“ einer Indizierung wurde hier vorbildlich demonstriert, d.h.: Diese Maßnahme dürfte im (so unglaublich dringend gebotenen) Eiltempo die künftige Zugänglichkeit der ungeschnittenen Fassung an Minderjährige massiv eindämmen (nicht, dass der Titel ohne ein USK-Prüfsiegel sowieso nur an Volljährige verkauft werden durfte und das Spiel nun einen noch stärkeren illegalen Siegeszug durch Tauschbörsen & Co. antreten dürfte) und uns erwarten nun nicht mehr die vollen (mindestens) 2000 zukünftigen Amokläufer (zzgl. mitspielender Freunde oder gar Zuschauern), welche dieses streng limitierte Teufelswerk sonst zweifelsfrei verursacht hätte :-). Da sage ich nur: Nieder mit dem gesunden Menschenverstand! Macht kaputt, was uns kaputt macht! Äääääääääh…

… and welcome to Orwell’s world…

P.S.: Vielen Dank an Jochen11 für die News :-).

Manfred Spitzer – The Moralapostel strikes back

Er hat es wieder getan: Manfred Spitzer (neben Dietmar Pfeiffer, Werner Glogauer, Helmut Lukesch und Co. wohl der derzeit populärste der weltfremden Neo-Luditen im Sinne eines Neil Postman und in bester Hexenjägertradition) frönt seinem Profilierungsdrang als attention-whore und erklärt (seine) Meinungen zu Faktenwissen, passend zur aktuellen Kippung realitätsferner Verbotsambitionen auf politischer Ebene. Und wie nicht anders zu erwarten war, ist Spitzers unqualifizierte Hetze auch jetzt wieder ein Schlag in das Gesicht eines jeden rational denkenden Menschen! Zu finden ist sein neuestes Pamphlet hier: Klick mich!

Der Tenor Spitzers Meinung steht im dritten Satz bereits fest und mag danach nicht mehr weichen: „Wer im Spiel das Töten übt, greift auch im echten Leben eher zur Gewalt.“ Spitzer heuchelt kurz darauf einleitend Überraschung darüber, dass seine Hasstiraden Medienkritik anscheinend breitflächig wahrgenommen wurde, nutzt diesen Ansatz aber dahingehend für eine Selbstprofilierung, da sein letztes Machwerk offenbar in diversen Bestsellerlisten auftauchte (so wie ich Herrn Spitzer jedoch kenne, ist ihm nicht klar, dass dies nicht unbedingt die Qualität seines Schunds bezeugt). Überraschend dürfte das kaum sein, als “prominente(r) Wissenschaftler“ (nur zweifle ich persönlich stark daran, mit einem ernstzunehmenden Wissenschaftler konfrontiert zu sein) mit eigener TV-Sendereihe (Geist und Gehirn) auf BR-alpha kann man sich der Aufmerksamkeit doch gewiss sein. Vor allem wenn man sich derart in Szene setzt und selbst zum Medienereignis mutieren möchte (Neil Postman hat es vorgelebt). 

Das ihm dieser „Erfolg“ zu Kopfe steigt wird dann klar, wenn er im nächsten Satz behauptet: „Die Resonanz war nahezu ausnahmslos positiv; meine Argumente wurden ebenso verstanden wie die Tatsache, dass wir handeln müssen, um gesellschaftlichen Schaden abzuwenden.“ Da fragt man sich nur, wen er genau damit meint. Schätzungsweise diejenigen, welche von den ach so seriösen Medien selbst ununterbrochen auf eine Art Medienphobie hin getrimmt werden (auch dadurch, das oben erwähnte Herren wider besseren Wissen immer und immer wieder als „Experten“ geladen werden und eine Plattform zur Verbreitung ihrer Falsch- und Desinformation geboten bekommen), wenn es um die neuesten der sog. Neuen Medien geht, hier explizit natürlich den Konkurrenten Unterhaltungssoftware.  

Und von welchen Argumenten spricht der Mann? Es findet sich kein einziges Argument bei ihm (schon gar keines, dass einer tiefergehenden Analyse standhalten könnte, wobei schon einfachster Menschenverstand seine Behauptungen verneint), sondern lediglich Meinungsmache pur. Spitzer argumentiert nicht, er sagt „so ist es“ und versucht dies dann von jedweder Kritik u./o. Diskussion zu entrücken. Seine „Argumente“ werden nur von denjenigen verstanden, welche erstens ihren Menschenverstand zumindest auf Standby haben und zweitens sowieso seiner Meinung sind (und schon im Vorfeld waren)… und natürlich wird wohl ein grossteil der meinungsgeBILDeten Massen da draußen ihm zustimmen, denn sie wissen nicht, was sie tun (s.o.) und befreien sich somit jedweder Eigenverantwortung… Dennoch ist sich jeder sicher, irgendwie handeln zu müssen, nur wie, wogegen oder wofür genau, dass wissen sie nicht so genau. Da folgen sie lieber ihren Meinungsführern. Mir wird Angst und bange, wenn ich an die Früchte solche Fehltritte denke… 

Abgesehen von Aufbereitungen in sensationsgeilen Kreisen, die von der Schürung solch vorurteilsvoller Meinungsmache leben, konnte ich auch bislang nur alles andere als positive Resonanz auf Herr Spitzers Machwerk entdecken (und das auch nicht in geringem Maße). Wobei Resonanz aus der wissenschaftlichen Fachwelt sich eh erst immer überwinden muss, sich herab zu lassen und auf ein so unglaublich unwissenschaftliches Konstrukt, wie es Herr Spitzer hier (und öfter noch zuvor) abgeliefert hat, zu reagieren. Aber Herr Spitzer leitet ja ein, dass es durchaus „Ausnahmen“ gab, diskreditiert diese jedoch zu „selbst ernannten Experten“, welche „wissenschaftliche Studien (ignorieren) oder […] sie ohne Argumente einfach ab(lehnen)“ und teilweise auch noch (berechtigte) Kritik an der Person des Herrn Spitzer (vor allem als „Wissenschaftler“) verkünden. Genau: Wie können sie es wagen? Wie kann ich dies wagen? Offensichtlich ist sich Herr Spitzer dieser überwältigenden Ironie nicht bewusst, der er sich in seinem Glashaus aussetzt, in dem es nun recht luftig sein dürfte, bei den Brocken, mit denen er um sich schmeißt. Der Durchzug vergrößert sich gar mit dem folgenden Hinkelstein, den er von sich schleudert, wenn er den Absatz folgendermaßen abschließt: „Sie bezeichnen sich selbst als Wissenschaftler, arbeiten aber nicht wissenschaftlich.“ Später wird Spitzer einige seiner Kritiker (implizit wohl eher alle) als „Freunde des virtuellen Abschlachtens“ bezeichnen, weil sie es wagen, nicht mit seiner Meinung konform zu gehen. Einer solch pejurativen Perspektive ist nichts hinzuzufügen…  

Um diese unerhörte Impertinenz seiner Kritiker zu verdeutlichen, führt Spitzer Fakten an, die von jenen ignoriert würden: “Amerikanische Kinder und Jugendliche verbringen mehr Zeit vor dem Bildschirm als mit jeder anderen Tätigkeit (außer Schlafen). Schon manche Zweijährigen sitzen zwei Stunden täglich vor dem Bildschirm. Bis zum Ende der Highschool (nach zwölf Schuljahren) verbringt ein Durchschnittsschüler etwa 13000 Stunden in der Schule – und fast doppelt so lange vor dem Fernseher (25000 Stunden). Bis zum 18. Lebensjahr haben Kinder, die in Haushalten mit Kabelanschluss oder Videorecorder aufwachsen, etwa 32000 Morde gesehen.“ Spitzer fährt fort: „In Deutschland sieht es besser aus – aber nicht viel: Der tägliche Fernsehkonsum liegt im Vorschulalter bei etwa 70 Minuten, im Grundschulalter bei gut 90 Minuten und bei den zehn- bis 13-Jährigen bei knapp zwei Stunden. Besitzt ein Kind ein eigenes Fernsehgerät, schaut es noch länger fern. Der Anteil dieser Kinder nimmt ständig zu: Lag er 1999 bei 29 Prozent, so erreichte er 2003 schon 37 Prozent. Selbst Kindergartenkinder hocken noch bis spät in der Nacht vor der Flimmerkiste: Um 22 Uhr sind es deutschlandweit 800000, eine Stunde später noch 200000 und um Mitternacht immer noch unglaubliche 50000. In 79 Prozent aller Sendungen des deutschen Fernsehens kommt Gewalt vor – ein Wert, der noch zu Beginn der 1990er Jahre bei 48 Prozent lag.“

Nun, was gibt es dazu eigentlich zu sagen. Nein, besser gefragt: Was will Herr Spitzer damit aussagen? Um die Sinnlosigkeit dieser Zahlenpracht zu verdeutlichen mag jeder für sich zunächst ein mal alles, was im vorangegangenen Abschnitt irgendwie mit Film & Fernsehen zusammenhing mit Nahrungsaufnahme, Lesen, Notdurftverrichtung, Bungee-Jumping oder Däumchendrehen etc. ersetzen. Also etwa wie folgt: Amerikanische Kinder und Jugendliche verbringen mehr Zeit mit Däumchendrehen als mit jeder anderen Tätigkeit (außer Schlafen). Schon manche Zweijährigen verbringen zwei Stunden täglich mit Däumchendrehen. Bis zum Ende der Highschool (nach zwölf Schuljahren) verbringt ein Durchschnittsschüler etwa 13000 Stunden in der Schule – und fast doppelt so lange mit Däumchendrehen (25000 Stunden). Um es auf den Punkt zu bringen: Spitzers Statistikgebabbel hat keinen nennenswerten Aussagegehalt für sein eigenes Thema (und ist höchstens für die Sender selbst in völlig anderer Art und Weise von Belang). Um es noch eindringlicher zu verdeutlichen, empfiehlt sich ein Kommentar zum letzten Satz des Originalabsatzes, der da lautet: „Jeder fünfte Jugendliche sieht sogar täglich mindestens einen Horrorfilm.“ Dieser Satz hat abermals keinerlei Aussagegehalt. Er hat nur für denjenigen Menschenschlag auch nur ansatzweise so etwas wie eine Botschaft, der Horrorfilmen schon im Vorfeld undifferenziert (voller Vorurteile und faktisch falsch), monokausal und durch den sog. pornographischen Blick geprägt auf alles und jeden eine negative Wirkung unterstellt. So hat der ganze Abschnitt nur für denjenigen einen Sinn, dessen Meinung es ist, dass Fernsehen ohnehin in jedem Fall etwas schlechtes sei… Aber solcherart ist die Wissenschaft des Herrn Spitzers.

Wo wir dabei sind: Jener Herr scheint ja auch sog. „Leichenzählstudien“ einen gewissen Aussagegehalt anerkennen zu wollen. Ein weiterer Punkt, der ihn Disqualifiziert, wie im Folgenden klar gemacht werden soll, doch dazu verweise ich kurz an Manfred Riepes „Das Gespenst der Gewalt. Zur Geschichte der Gewaltdebatte. Ein Rückblick auf juristische und journalistische Praktiken sowie die Medienwirkung fragwürdiger Gewaltwirkungsstudien“ von 2003, zu finden hier: Klick mich! Hier geht Manfred Riepe auf eine Schlüsselstudie Jo Groebels ein, welche im Auftrag der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein Westfahlen (LfR). Die wohl bekannteste „Leichenzählstudie“ hierzulande (wenngleich nicht mehr ganz aktuell), an der exemplarisch der Aussagegehalt solcher Studien verdeutlich werden kann. Ich zitiere:

Da die Studie empirisch ist, erweckt das – übrigens bis heute unhinterfragte – Ergebnis von 70 Bildschirm-Morden den problematischen Eindruck, als wäre ein realer Zuschauer tatsächlich einem Programm-Angebot ausgesetzt, bei dem er täglich im Durchschnitt 70 Tote auch wirklich beobachten und mitzählen könne. Doch die rein statistisch ermittelte Gewalthäufigkeit von 70 Leichen pro Tag ist, wenn überhaupt, nur gültig für einen fiktiven Zuschauer, den es real nicht nur nicht gibt, sondern gar nicht geben kann. Denn dieser fiktive Zuschauer müsste täglich rund um die Uhr ohne Unterbrechung fern sehen“ (S.14)  

„Gehen wir jedoch von einer „normalen“ Fernsehsituation aus, in der jeder Zuschauer nur ein Gerät gleichzeitig beobachtet – und nicht ARD, ZDF, Sat1, RTL, Tele5 und Pro7 simultan – so reduziert sich die suggerierte Häufigkeit von 70 Bildschirm-Morden nach der Logik, die die Studie selbst vorgibt, bereits zu einem Sechstel, nämlich auf 11,6. Gehen wir ferner davon aus, daß der einzelne Zuschauer pro Tag nicht einen 24-Stunden-TVMarathon absolviert, sondern durchschnittlich ‚nur’ etwa vier Stunden fern sieht, so reduzieren sich diese 11,6 Tote noch einmal um ein Viertel auf 2,9 Morde, die ein  Zuschauer während seines täglichen Fernsehkonsums im Schnitt wahrnehmen könnte. […] Nicht minder problematisch ist die fehlende Unterscheidung zwischen fiktiven Gewaltszenen in Spielfilmen und der Darstellung von Gewaltopfern in Nachrichten und Dokumentationen. Fragwürdig ist bereits der hier verwendete Neologismus ‚Nachrichtenaggression’. […] Da der Erhebungszeitraum der Studie mit dem Jugoslawienkrieg koinzidiert, ist davon auszugehen, daß das Bild eines Toten im Konzentrationslager von Srebrenica bei der Arithmetik der ‚Leichenzählerei’ den gleichen Summeneffekt zeitigt wie der im Western nach dem Schuß umfallende Revolverheld. Nicht unterschieden wird auch, ob Obelix ein paar Römer platt macht oder Lothar Matthäus mit Kreuzbandriss vom Fußballplatz getragen wird. Unfreiwillig komisch wird die Studie nämlich, wenn die Autoren versuchen, Aggressionshandlungen in Sportsendungen quantitativ zu erfassen.“ (S.15) 

Fazit: „Die Studie erzeugt im ersten Schritt eine Art fiktiven Zusammenschnitt, eine Art Gewaltclip, um im zweiten Schritt die von ihnen selbst erzeugte irreale Wahrnehmungssituation eines Non-Stop-Gewalt-Bombardements als objektive Darstellung des Fernsehangebotes zu verklären.“ (S.16)

Nun, was bedeutet es nun, dass Herr Spitzer offenbar zu solcher „Wissenschaftlichkeit“ tendiert? Ja was nur, was nur, was nur… Aber weiter im Text, Herr Spitzer hat ja noch mehr zu sagen. Auf diese eindrucksvolle Demonstration eines statistischen Leerlaufs folgt tatsächlich folgende Aussage: „Die Gewaltwirkung, der ein Kind durch den Fernseher ausgesetzt ist, ist also schon hoch genug.“ Gewaltwirkung? Es mag ja nur mir so ergangen sein (was ich sehr wohl bezweifle), aber wo erbrachte Herr Spitzer irgendein ernstzunehmendes Argument für eine Gewaltwirkung „durch den Fernseher“? Seine Formulierung allein ist schon Gold wert: Die Gewaltwirkung, die er nicht nachgewiesen hat (da er nicht mal Ansatzweise eine gescheite Korrelation hat konstruieren können, deren Korrelationskoeffizient dank unpassender, ungenauer oder schlichtweg falscher Variablenstellung und –interpeation, ganz zu schweigen von ignorierten Drittvariablen, dann eh unbrauchbar gewesen wäre, wenn er denn doch geschafft hätte), „ist also schon hoch genug.“ Ja, unübersehbar geradezu… Man erfährt hier tatsächlich die leichte Zugänglichkeit der Argumente, welche Spitzer liefert. 

Aber nun schwenkt Spitzer zum aktuellsten Stein des Anstoßes, der Unterhaltungssoftware, welche er (soviel sei hier schon verraten), als ungleich bedrohlicher als Film & Fernsehen einstuft, denn in Spielen würde Gewalt „aktiv trainiert“: „Dies ist im Grunde ein unglaublicher Vorgang: Wohlmeinende (aber unwissende) Eltern investieren Milliarden, um unseren Nachwuchs im Töten auszubilden. Genau dies wird in den Spielen eingeübt – immer realistischer und immer grausamer.“ Was soll ich dazu noch großartig ernsthaft schreiben? Dave Grossman lässt grüßen (und es sollte ja bekannt sein, wie es um den wissenschaftlichen Gehalt dessen Aussagen bestellt ist)… Hier gibt es wahrhaftig schon ausreichend Literatur, die so einen Stumpfsinn vor langer Zeit dementiert hat. Es ist zum verzweifeln, die wahre Unglaublichkeit ist der Umstand, dass Spitzer und Gesinnungsgenossen dies tatsächlich glauben.  Aber Moment, folge ich jetzt laut Spitzer nicht „einem bekannten Schema, das mittlerweile sogar wissenschaftlich untersucht wurde: Man leugnet Fakten, diskreditiert Autoren und stellt unbegründete Behauptungen gegen wissenschaftliche Erkenntnisse.“ Oder arbeitet nicht Herr Spitzer vielmehr weiter an der zutiefst destruktiven Demontage seines transparanten Habitates?

Sowieso: Wenn Spitzer von „gesicherten Erkenntnisse(m) aus der Wissenschaft“ spricht, meint er meist seine eigenen oder andere hinreichend widerlegte Erkenntnisse, bei denen ein wissenschaftlicher Anspruch quasi nicht erfüllt wird. So behauptet Spitzer das Unterhaltungssoftware Gewalt produzieren würde und verweist auf ominöse Literatur, die dies bestätige. Kein Wort vom massiven Widerstand aus der Fachwelt gegen solche Generalisierung, wo doch dieses Phänomen, also das virtuelle/fiktionale Gewalt, nur eine von vielen Drittvariablen beim Entstehungsprozess realer Gewalt sind und erwiesenermaßen ganz eindeutig nicht DER Faktor schlechthin, weder im erschaffendem, förderndem oder auslösendem Sinn. Die Literatur hierzu ist nämlich tatsächlich bereits sehr groß und es gibt genügend Arbeiten, die zeigen, dass auch Computerspiele keine Gewalt erzeugen. Tatsächlich auch in der BRD quasi hochoffizielle (worauf gleich noch Bezug genommen wird).Das eigentlich erschreckende ist, dass Spitzer tatsächlich und allen Ernstes behauptet, eine vermeintliche Abstumpfung gegenüber realer Gewalt (was auch immer Abstumpfung denn im genauen sein soll, denn ein wirklich griffige Definition gibt es nach wie vor nicht. Ähnlich verhält es sich mit Gewalt, ein Begriff der von Individuum zu Individuum höchst unterschiedlich definiert wird. Wer setzt hier die Meßlatte fest? Ein Problem, dass sich in vielen Experimentdesigns zur Wirkungsforschung festsetzt, aber geflissentlich übersehen wird…) steige und gleichzeitig würde Gewalt in allen Lebensbereichen zunehmen. Hier wird ein typischer Zukunftspessimismus geschürt, vor allem gegen die Jugend (wie es schon archetypisch ist): Früher war alles besser und aus Holz, alles wird immer schlimmer und die Jugend von Heute ist der Untergang des Abendlandes. Während tatsächlich die Gewalt immer mehr abnimmt, wird von Herrn Spitzer fleißig weiter das Klischee des Untergangs bedient, dass bei so vielen Menschen wohl fest verankert ist. Ja, Spitzer führt tatsächlich „die Zwischenfälle in Passau, Bad Reichenhall, Meißen, Metten, Darmstadt, Brandenburg, Freising, Gersthofen, Erfurt und Coburg mit insgesamt 30 Toten und weiteren Schwerverletzten“ auf die Wirkung von Computerspielen (und Film & Fernsehen) zurück. Gern gesehen, so kann sich jeder für sich der Verantwortung entziehen, der Sündenbock wird auf dem Silbertablett präsentiert…

Aber weiter im Text: Spitzer glänzt mit umfangreicher Falschkenntnis von Fakten, denn er behauptet: „Bei der überwiegenden Mehrzahl der Computer- und Videospiele handelt es sich um Software zum Trainieren von Gewalt, zum Abgewöhnen von Tötungshemmung und zur Abstumpfung gegenüber Mitgefühl und sozialer Verantwortung.“ Prüfstatistiken, wie sie beispielweise von der USK vorliegen und die ohne größeren Aufwand einsehbar sind, ignoriert er offensichtlich. Um es klar heraus zu sagen: Der werte Herr Spitzer redet hier von gerade mal unter 5 %  aller Spiele, ungeachtet der hohen Martkanteile, die diese für sich verbuchen (und selbst bei diesen 5 % passt nach wie vor nicht die pure Behauptung/Meinung, dass  damit Gewalt trainiert, Tötungshemmungen abgewöhnt und Mitgefühl und soziale Verantwortung  abgestumpft würden). Aber hier ist ja wieder das Gewaltproblem: Was ist Gewalt und was nicht? Vielleicht gehören in Spitzers Welt Spiele in der Machart eines harmlosen Jump’n’Runs mit in die Gewaltliste, solange man als italienisch-stämmiger Klempner nur genügend Schildkröten und anderem Viehzeugs mit dem Hintern auf den Kopf hüpft…Implizites Zeugnis seiner Unkenntnis legt wohl Folgendes ab: „Verbotene Spiele wie Duke Nukem 3D zum Beispiel sollen mit detaillierten Tötungsanimationen wie dem Wegspritzen von Blut- und Hautpartikeln, Wegsprengen ganzer Körperteile usw. den Spielern Spaß bringen.“ Zum einen lässt sich sagen, dass Spitzer wohl die Entwicklung der letzten Dekade verpennt hat, zum anderen wieder der undifferenzierte Begriff des Verbotes genutzt (wie so oft bei Personen mit eingeschränktem Bildungshorizont zum Thema). Duke Nukem 3D (welches er sicherlich meinte) ist indiziert, nicht mehr und nicht weniger. Wenngleich auch die Indizierung eine Form von Verbot ist, so suggeriert der reine Begriff des Verbotes doch schon etwas anderes, dass in diesem Fall gravierender sein mag und auch bei der Leserschaft noch negativere Assoziationen fördert. Bravo Herr Spitzer!

Nach einer Sympathisierung mit dem Motivationsforscher Werner Kroeber-Riel, dessen „Feder (sich) sträubt […], den Inhalt solcher Computerspiele oder anderer Spiele wiederzugeben, die gegenwärtig Kinder und Jugendliche in den Umgang mit roher Gewalt, Hass und widerwärtiger Sexualität einführen“, also nach einer abermaligen Verdeutlichung von Spitzers pornographischen Blick auf die sog. Neuen Medien, folgt sein Dementi, dass Unterhaltungssoftware intelligenzsteigernd sei. Ein Abschnitt, der an Ignoranz kaum zu überbieten ist. Nach erneuter Predigt und unter zur Hilfenahme der Mär, dass in den meisten Spielen das Töten gelernt würde, negiert er die Förderung „sensomotorische(r) Fähigkeiten“, von „Regelkompetenz“ sowie von „Motivation und Energie“. Weiter offenbart er dem Leser sein verdrehtes Weltbild: Er verkennt den Erkenntnisgehalt einer er umfangreichsten internationalen Studiensammlungen zur Wirkungsforschung (die u.a. auch mit die relativ aufgeklärte Arbeitsgrundlage der USK oder auch der BPjM bildet – unabhängig von ihren dann dennoch gefällten Prüfentscheidungen – und in welcher mehrere Tausend Studien zum Thema analysiert wurden, also ein Großteil der bis dato erhaltenen Erkenntnisse), den quasi gesamtwissenschaftlichen Konsens zum Thema (denn ob Spitzer sich das eingestehen mag oder nicht, sein extremer Standpunkt ist tatsächlich eben nicht wissenschaftlicher Konsens)  und schlichtweg die Realität, wenn man so will. Tatsächlich spricht er von  
“methodisch sauber durchgeführter Studien“, die seinen Standpunkt untermauern würden, wobei er im Plural von „wir“ spricht und wohl gedenkt, die Stimme der Wissenschaft zu sein.  Aber Selbstüberschätzung ist was feines, zumal, wenn man kurz darauf demonstriert, wie wenig Ahnung man doch von dem hat, was man eigentlich kurz zuvor geäußert hat. Natürlich nicht ohne konspiratives Gedankengut durchscheinen zu lassen, denn jeder, der nicht seiner Meinung ist, „Wer etwas anderes behauptet, der lügt“. Tatsächlich lassen auch frühere Äußerungen und Publikationen Spitzers darauf schließen, dass er an etwas wie eine Verschwörung zum Wohle der Killerspiele zu glauben scheint, an mächtige Drahtzieher, die alles daran tun, Lügen in die Welt zu setzen. Nach seiner Logik gehört quasi jeder dazu, der nicht seiner eigenen Meinung ist, also jeder rational denkende Mensch, um es auf den Punkt zu bringen. Verdrehte Welt…

Wie verdreht Spitzers Welt wirklich ist, zeigt er einem jeden, wenn er wieder die Wirkung von Rauchen auf den menschlichen Metabolismus (also die inzwischen klar interpretierbare Wirkung einer physischen Substanz auf eine andere physische Substanz) mit der Wirkung der Medienrezeption auf den Menschen gleichstellt (später Spricht er von einer Eindeutigkeit wie bei Zuckerkonsum und Fettleibigkeit). Sicher, sicher… das Problem, dass Medieninhalte von jedem Individuum vollkommen anders interpretiert werden (da ein jeder Mensch anders sozialisiert wurde und in seiner individualbiographischen Entwicklung von anderen Faktoren tangiert wird und somit ein gleicher Inhalt auf zwei Menschen immer unterschiedlich wirkt bzw. wahrgenommen wird) bleibt hier (wie immer) außen vor.

Ohne Worte kann man Spitzer verdrehte Welt auch an seinen folgenden sechs Abschnitten/Aussagen verdeutlichen (welche nicht mehr mit der Gewaltdebatte an sich zusammenhängen, sondern nur 08/15-Diabolisierungen der Unterhaltungssoftware sind). Aber anstatt auch diese zu zerpflücken zitiere ich Spitzer zunächst in einem nur all zu passenden Einzeiler und wende dieses Zitat auf seine eigenen Konstrukte an: „Hier wird die Realität in einer Weise auf den Kopf gestellt, dass es weh tut!“ Alle Probleme von und mit Kindern und Jugendlichen sind bei Spitzer Resultat der neuen Medien. Weltfremd… einfach nur weltfremd.

Aber machen wir uns nichts vor: Herr Spitzer wird wohl bis an sein Lebensende mit einem Brett vorm Kopf umherlaufen und in einer verzerrten Realität hausen. Da kann man nur hoffen, dass er nicht noch mehr gehör bekommt und daraus Konsequenzen entstehen, denn verdient hätte er es garantiert nicht…

P.S.: Ich werde womöglich ein den kommenden Tagen die Formatierung des Textes noch ein mal ändern. Stay tuned!

Die Sonder-Zensuredition des El Matador…

Zum Einstieg erst ein mal 2 Pressemeldungen:

Er ist zu hart für die deutsche Jugend – El Matador (pcaction.de)

Hier liest sich das schon anders:

El Matador – Limitierte Sonderedition (gamestar.de)

Ich übersetze es mal (wie ich es verstanden habe):
El Matador bekam in Deutschland keine USK-Freigabe (sprich: Das Prüfsiegel wurde verweigert, womit der Titel offiziell indiziert werden kann). Da sich Frogster Interactive diesen Titel als Steckenpferd ausgesucht hat und somit Gewinn einfahren will (zur Erinnerung: Deutschland ist der drittgrößte Markt weltweit), soll dieser Titel aber möglichst lange auf dem Markt bleiben (was nur möglich ist, wenn er nicht indiziert wurde und durch ein USK-Prüfsiegel für die BPjM quasi unantastbar wird), also wird die deutsche Version schlichtweg zensiert, um den Anforderungen der USK zu genügen (und dann neu vorgelegt zu werden, um irgendein Prüfsiegel zu bekommen, womöglich zielt man sogar auf ein Rating unter Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG, was quasi gleichbedeutend mit noch gravierenderer Zensur ist).
Darum verschiebt sich der Releasetermin zumindest in Deutschland.

Weiter: Aus der Gamestar-Meldung geht nicht hervor, dass sich das Spiel weltweit verschiebt, aufgrund obiger Überlegungen ist wohl eher von einer exklusiven Releaseverschiebung in Deutschland zu rechnen. Falls es sich tatsächlich um ein weltweites Phänomen handelt, dann nur, damit der deutsche Kunde nicht auf dumme Ideen kommt und schon eine früher releaste Importfassung kauft. Man spekuliert dann darauf, dass bei zeitgleichem Release zuerst garnicht auffällt, dass die dt. Version geschnitten ist (denn bei unterschiedlichen Releasedates würden sich viele wundern, warum das Spiel noch nicht in Deutschland zu haben ist, so bleibt es vielen vorenthalten).

Letztendlich: Aufgrund obiger Umstände ist der Publisher mehr als dreist, denn abgesehen von der Unverschämtheit der Zensur versucht er eine normale, ungeschnitte Fassung, wie sie internationaler Standard ist (natürlich nur nicht für Deutschland), als eine „Sonder-Edition“ zu verkaufen (ohne jedwedes Extra, dass eine reguläre S.E., C.E. u./o. Ltd.Edt. im Normalfall aufweist, bzw. ohne die Extras, die in der richtigen C.E. von El Matador – die in der Tat erscheint, sowohl als geschnittene dt. Fassung, als auch internationale, ungeschnittene Fassung – enthalten wären). D.h.: Frogster Interactive versucht die Kundschaft zu verarschen, indem sie die stinknormale Fassung von El Matador, die man im ganzen Rest der Welt ohne Probleme kaufen kann, als limitierte „Sonder-Edition“ auf dem dt. Markt anpreist (doppelt dreist, denn ich bezweifle, dass die ungeschnittene C.E. einer derartig strengen Limitation unterliegt).

Mit anderen Worten: Deutsche, ihr werdet arschgefickt… und zwar kräftig!

Abschliessend könnte ich natürlich noch ein paar Worte über die unkritische, um nicht zu sagen durch die anscheinend kommentarlose Übernahme der Frogster Interactive Verlautbarungen geradezu in die Irre führende Berichterstattung von gamestar.de verlieren, aber neeeiiin, so kennen wir unsere Gamestar ja…

Heute: Bad Day L.A. (Demo)

Nach Jahren des Wartens ist es heute (für mich relativ unerwartet) so weit: Die (englische) Demo zu American McGee’s Bad Day L.A. ist erschienen. Was gibt es da mehr zu sagen als saugen, saugen, saugen. Wer die Werke des guten herren kennt, der weiß, daß ihn ein potentieller Hitkandidat erwartet, fernab vom sog. Mainstream, unkonventionell, schräg und mit einem ganz eigenen Humor. Nunja, was gibts da jetzt auch mehr zu sagen? Ich melde mich dann mal ab und installier die Demo. Stay tuned, folks!  

Links:

Gamershell.com

3DGamers.com