Religion

Der ganz normale Irrsinn: Von Idomeneo und Hakenkreuz-Verboten

Heute trifft es in diesem Blog topaktuelle Themen und ich schrecke nicht zurück, äußerst polemisch vorzugehen:

Die Selbstzensur der Deutschen Oper bzgl. der Absetzung des Idomeneo (nachzulesen hier und hier) und den heutigen Beginn des kuriosen Prozesses rund um ein wohl angestrebtes Verbot von Antifa-Symbolen (durch den Versuch zur Deklarierung als verfassungsfeindliche Symbole) vor dem Stuttgarter Landgericht (hier nachzulesen). Nun möchte ich hier jedoch nicht großartig differenziert die beiden Fälle analysieren und diskutieren, sondern einfach mal vermelden, was mir so spontan durch den Kopf ging. 

Beginnen will ich mit ersterem Thema, dabei äußere ich mich jedoch nicht zum eigentlichen Unsinn des selbstzensorischen vorauseilenden Gehorsams der Oper, vielmehr finde ich  die Äußerungen diverser Politiker interessant. Hier wird vehement die Selbstzensur verurteilt und zwar per se, nicht nur im Kontext der Opersekapade. Selbstzensur wird folgerichtig als ein absolut unadäquates Mittel zur Problembewältigung verstanden, nicht als Problemlösung, sondern neuerliches Problem. Was ich dabei so interessant finde ist das Maß, mit dem hier gemessen wird, denn die Verurteilung kommt genau von jenen, die sich sosnt immer glänzend mit Verbotsforderungen und dem aktiven Treiben in die Selbstzensur profiliert haben. Jaaa ich bin Zocker, ich Spiele damit darauf an, dass hierzulande die Unterhaltungssoftwareindustrie (aber z.B. auch die Filmindustrie) aktiv in die Selbstzensur getrieben wird. Aber: Wenn man jetzt die Selbstzensur endlich als das begreift, was sie ist, ein Problem, warum wird sie dann nicht auch für diesen Bereich als Problem wahrgenommen….

Kommen wir zum zweiten Thema: Nun, hier mach ich es mal ganz kurz und schildere nur kurz meinen Gedankengang dazu, was hinter dem ganzen Prozess stecken mag. Ich verzichte also darauf dazulegen, dass ich das Verbot sog. verfassungsfeindlicher Symbole prinzipiell als Teil des eigentlichen Problems sehe (tatsächlich plane ich dazu in zukunft einen umfangreicheren Blogeintrag), dass mit eben jenem Verbot eigentlich behoben werden soll (sprich: Es ist contraproduktiv und schafft das, was es verhindern soll), so wie ich mich prinzipiell gegen Verbote ausspreche. Vielmehr will ich in den Vordergrund stellen, welches Signal die verantwortliche Staatsanwaltschaft hier setzt. Das ohnehin schon absurde Verbot verfassungsfeindlicher Symbole wird hier noch intensiver ad absurdum geführt, als es eigentlich möglich sein sollte. Ein Schelm, wer den agierenden Köpfen der Staatsanwaltschaft hier böses unterstellt… mir jedenfalls ging direkt durch den Kopf, dass man sich hier in der Staatsanwaltschaft vielleicht persönlich durch die Antifa-Symbole verletzt sah und deshalb durch ein Hintertürchen dagegen agieren will, was interessante Rückschlüsse auf die politische Gesinnung der Ankläger offenbart. Damit will ich nichts unterstellen, nur bin ich offensichtlich nicht der einzige, dem so ein Zusammenhang als erstes ins Auge springt, man sollte sich also vorher besser überlegen, welches Bild man nach außen vermittelt (wobei man sich nur über Sinn und Unsinn solch einer Anklage gedanken machen müßte, um sie schon im Vorfeld fallen zu lassen).

Tja, Deutschland du stinkst. Was soll man auch mehr sagen…

UPDATE:

Am heutigen Freitag wurde ein Urteil im Antifa-Symbolstreit gefällt (hier ist genaueres nachzulesen) und um es kurz zu machen, der „rechtsblinde Autismus“ in Deutschland wütet mal wieder, der Angeklagte wurde zu 3600 € Geldstrafe verurteilt und plant nun, sich an die nächsthöhere Instanz zu wenden. Doch irgendwie sehe ich schwarz, denn mit solchen Urteilen rühmt man sich als judikative Instanz der BRD nicht gerade der Rationalität und schwächt das ohnehin angeknackste Verhältnis denkender Menschen zum vermeintlichen Rechtsstaat. Die ganze Aktion, der Prozeß, ist ein Akt, der allerhöchstens nach hinten losgehen kann. Wenn ich mich der Irrationalität der Verbundenheit zu diesem meinem Heimatland herabbegeben würde, müßte ich mich wohl jetzt für Deutschland schämen, doch glücklicherweise ist mir dieses identifikationsbedürfnis fern, doch die mentalen Schmerzen ob dieser groben Dummheit plagen mich trotzdem. Deutschland, du stinkst! Noch immer… 

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Vom Papst im bundespolizeistaatlichen Bayern und dem Reichskonkordat

Anlässlich des momentanten Papstbesuches auf deutschem Territorium würden sich unzählige Kritikpunkte anführen lassen, an der Person des Joseph Ratzinger, der Position des Papstes, der Kriche generell oder schlichtweg der Religion per se. Jedem modernen, gebileten Menschen, der sein Gehirn zu mehr als nur reinen Dekozwecken nutzt, kann der Papstbesuch – dieses „Event“ – nur ein Dorn im Auge sein. Doch statt mich hier jetzt lang zu ergehen (das hebe ich mir zum Thema Religion für später auf), verweise ich auf eine andere Quelle… der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) berichtete jüngst über folgendes Ereignis: Klick mich! 

Naja, dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen, außer: Wir sind Papst… ob wir wollen oder nicht. Willkommen in Deutschland! Dies ist bei weitem nicht der einzige Vorfall dieser Art, aber das Berichterstattungen über solche Begebenheiten (wie Kritik an christlicher Kirche und Religion im allgemeinen) quasi komplett aus dem Mainstream-Medien verbannt werden, spricht wahre Bände.  Link:

Reichskonkordat (wikipedia.de)